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Die Meeresschildkröten-Erholungs- und Aufzuchtstation Fuerteventura

Meeresschildkröte Fuerteventura
Der Atlantik rund um die Kanarischen Inseln ist aufgrund seines Artenreichtums ein Lebensraum, der besonders schützenswert ist. Wichtige Botschafter dafür sind die Meeresschildkröten, da die durch Umweltverschmutzung oftmals in Not geratenden Tiere regelmäßig in den lokalen Nachrichten auftauchen und einen Vorteil haben: Sie haben eine deutlich größere Lobby unter den Menschen, als andere Meeresbewohner, wie zum Beispiel Haie oder Rochen. Dem Schutz der anmutigen und sanftmütigen Meeresbewohner hat sich die Schildkröten-Aufzuchtstation auf Fuerteventura verschrieben, die sich im Hafen von Morro Jable befindet. 

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Das Centro de Recuperación y Conservación Tortugas Marinas de Fuerteventura 


 Das Schutz- und Erholungszentrum für Meeresschildkröten Fuerteventura befindet sich auf einem 800 m² großen Areal, das sich in mehrere Bereiche aufteilt. Dazu gehören 12 Meerwassertanks, in denen sich an den Stränden oder in den angrenzenden Gewässern gefundene Schildkröten befinden, die verletzt, krank oder anderweitig in in Not geraten sind. Die Meeresbewohner werden versorgt, aufgepäppelt und anschließend wieder ins Meer entlassen. 

 Zu diesen Tanks gesellen sich noch 5 weiter Becken, die Jungtieren vorbehalten sind. Diese jungen Meeresschildkröten entstammen dem Projekt zur Erweiterung des Fortpflanzungslebensraums von Unechten Karettschildkröten in Makronesien, mit dem den Tieren neue Lebensräume erschlossen werden und die Populationen gefestigt werden sollen. 

 Außerdem befinden sich Baucontainer auf dem Grundstück von denen einer für die Logistik der Schildkröten-Aufzuchtstation, der andere als Besucherzentrum genutzt wird. Wer sich über die Arbeit des Schutz- und Erholungszentrums für Meeresschildkröten interessiert, kann sich hier ausführlich informieren. 

 Das Meeresschildkröten Erholungszentrum 


 Die hier versorgten Meeresschildkröten stehen durchgehend unter tierärztlicher Aufsicht, bis sie wieder in die weiten des Atlantiks entlassen werden können. Dabei ist der häufigste Grund dafür, dass eine Meeresschildkröte im Zentrum landet, das Eingreifen des Menschen, denn viele der Meeresschildkröten landen auf Fuerteventura durch Verschmutzungen mit Öl, weil sie Plastik oder anderen Müll verschluckt haben, sich verheddert oder verletzt haben, weil sie zum Beispiel mit Booten kollidierten. Auch werden die Meeresbewohner hin und wieder mit Netzen der Fischer gefangen und anschließend von den Fischern ins Zentrum gebracht. 

 Gleich nach der Anlieferung im Zentrum werden die Schildkröten einer tierärztlichen Untersuchung unterzogen, um eine genaue Diagnose zu bekommen und Klarheit über die Notwendige Behandlung zu gewinnen. Durch die unterschiedlichen Ursachen variiert natürlich die Zeit, die die Tiere in der Station bleiben, wobei die durchschnittliche Dauer bei einem bis drei Monaten liegt. Tägliche Betreuung und Pflege sorgen dann dafür, dass der Aufenthalt möglichst kurz gehalten kann und die Meeresschildkröten so schnell wie möglich wieder in die Freiheit entlassen werden können. 

 Das Projekt zur Erweiterung des Fortpflanzungslebensraum der Unechten Karettschildkröte in Makronesien 


 In den Jahren 2006 - 2010 war der Strand “Playa Cofete” Aufzuchtgebiet von Unechten Karettschildkröten (Caretta caretta), die aus der Population der Kapverden stammen. Nach Oman und Florida ist diese Population die drittwichtigste der Welt und die einzige Population im ostatlantischen Becken. Diese leidet unter einem kleinen Problem, denn 90 % der Unechten Karettschildkröten laichen dort in nur 20 Kilometern Strandlänge. Um die Fläche der Nistplätze zu vergrößern, wird mit Hilfe des Zentrums die Wiedereinführung dieser Schildkrötenart auf den Kanarischen Inseln vorangetrieben. 

 Die in der Station gezüchteten Meeresschildkröten können nach dem ersten Jahr in die Freiheit entlassen werden und zwei bis 4 Jahre später die Geschlechtsreife erlangen. Da diese Meeresbewohner philopatrisch sind und somit für die Paarung wieder dorthin schwimmen wo sie herstammen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Weibchen ihre Eier dann wieder auf den Stränden der Kanaren vergraben und die nächste Generation dann hier das Licht der Welt erblickt. 

 Obendrein helfen die in der Station vorhandenen Exemplare dabei, Einsichten in die erste Lebensphase zu bekommen. Somit können auch die Bedingungen in der Station für all die Tiere verbessert werden, die länger als geplant dort bleiben müssen. 

 Meeresschildkröten am Strand 


  •  Wer am Strand eine Meeresschildkröte findet, sollte sich unbedingt an ein paar wichtige Regeln halten: Der Schildkrötenpfad sollte nicht durchkreuzt werden, damit die Spuren der Meeresschildkröte zum Wasser nicht durchbrochen werden. 
  •  Hinter der Schildkröte und somit außerhalb ihres Sichtfeldes bleiben. 
  •  Abstand halten, auf keinen Fall beim vergraben der Eier stören. 
  •  Keine Blitzlichtaufnahmen oder Selfies von oder mit den Schildkröten machen. 
  •  Die Behörden über die 112 informieren. Es gibt auch noch andere Institutionen, allerdings ist die Chance, dass dort Englisch gesprochen wird, deutlich kleiner. Die 112 kann alles weitere Veranlassen.

Bilder







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Kommentare:

Mandy hat gesagt…

Faszinierende Aufnahmen! Ich mag Tierfotografien am meisten. Danke für das Teilen.

Andi Westphal hat gesagt…

Noch faszinierender ist die Arbeit, die diese Menschen machen. Sonst können wir die Tiere vielleicht eines Tages nicht mehr fotografieren ;)

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