Whale Watching - Fluch oder Hilfe?

Whale Watching hilft beim Schutz der Wale
11.01.2018 - Nachdem es aus beruflichen Gründen lange ruhig um uns war, möchten wir uns heute einer Diskussion zuwenden, die derzeit in den Teneriffagruppen der sozialen Netzwerke stattfindet. Es geht um die Frage, ob das Whale Watching auf Teneriffa positiv oder negativ ist, denn in den Zeitungen der Insel war zu lesen, dass viele Touren ohne Lizenz angeboten werden. Zunächst ein Mal müssen wir leider sagen, dass tatsächlich viele zu Walen raus fahren, ohne eine Lizenz zu haben. Da sich solche Anbieter auch nicht an die Vorschriften halten, werden die Tiere gestresst, was zurecht bemängelt wird. Aber dennoch sagen wir: Es wäre auch nicht besser, es komplett zu verbieten. 


Walbeobachtungen auf Teneriffa als Mittel zur Sensibilisierung 


Grundsätzlich muss dazu gesagt werden, dass das offizielle Whale Watching auf Teneriffa dazu geführt hat, dass es überhaupt Richtlinien gibt. Es darf nicht in die Schulen einfach rein gebrettert werden, sondern es muss sich langsam und vorsichtig genähert werden. Auch ist ein Mindestabstand vorgeschrieben, der nur dann unterschritten werden darf, wenn sich die Tiere von alleine nähern. Alle Anbieter mit dem Gütesiegel „Blue Boat“ stehen für dieses Vorgehen und mussten sich prüfen lassen. Ohne Whale Watching würde es dieses Reglement nicht ein Mal geben... 

Wer eine solche Tour mitgemacht hat und die Tiere in freier Wildbahn sah, hat immer einen ganz anderen Bezug zu den Meeressäugern, als wenn es sich um eine in Gefangenschaft lebende Attraktion handelt. Die Menschen werden ein wenig mehr für das Leben im Meer sensibilisiert, was natürlich sehr wichtig für das ökologische Denken in der heutigen Konsumgesellschaft ist. Wir erleben die Begeisterung durch die Wirkung von Walen und Delfinen auf die Menschen selbst immer wieder. 

Das Problem mit dem Whale Watching 


 Da sich zwischen Teneriffa und La Gomera allerdings immer Pilotwale befinden, wollen auch viele Bootstour- und leider auch Jetskianbieter ihren Kunden die Wale zeigen. Sie wissen nicht, wie sie sich richtig nähern, wie die Mindestabstände sind und gerade bei den Jetskis ist immer wieder zu beobachten, dass die Teilnehmer viel zu schnell mitten zwischen die Wale fahren, die im schlimmsten Fall nicht mehr ausweichen und verletzt werden können. Wir gehen vollkommen Konform damit, dass das ganz dringend beendet werden muss. Ansonsten riskiert man, dass sich die Zahl der aktuell etwa 400 fest ansässigen Pilotwale drastisch reduzieren wird. 

Dass diese nicht so schnell ausweichen können, hat einen bestimmten Grund: Die Pilot- oder Grindwale sind nachts auf der Jagd und ruhen sich tagsüber auf der Wasseroberfläche aus. Das macht es leicht sie zu finden, allerdings sind die sanften Meeresbewohner in einem solchen Moment auch nicht unbedingt darauf eingestellt, schnelle Sprints hinzulegen. Das Jetskis sehr schnell sind, erklärt sich die Gefahr von alleine. Hinzu kommt, dass durch Anbieter ohne Lizenz auch die Störung durch Motorengeräusche deutlich erhöht wird, was die Tiere unter Stress setzen kann. 

Strengere Kontrollen sind notwendig 


Wichtig ist, dass die Kontrollen im Bereich der Walbeobachtungen auf Teneriffa deutlich verschärft werden. Die sich korrekt verhaltenden Anbieter sind es schließlich, welche die vergehen sehen und beanstanden. Ein komplettes Verbot durchzusetzen erscheint uns weltfremd, denn wenn die offiziellen Anbieter schon alleine gelassen werden, wenn es um die Beobachtung von Verstößen geht, dann wird sicherlich niemand mehr da sein, der auf die Einhaltung der regeln acht gibt, und zwar jeden Tag! Offenbar fehlen dazu jetzt schon die Kräfte. Wenn die Anbieter, die auf sanfte Art die Tiere näher bringen wollen und somit schließlich auch für ökoloischen Tourismus für der Insel stehen, nicht mehr acht geben können, da es nicht mehr offiziell angeboten werden darf, dann fehlen viele Augen... Daran sollte man denken.

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