Die Inseln gelten als besonders betroffen, da sie aufgrund ihrer geografischen Lage und der hohen Besucherzahlen jährlich enorme Mengen an Plastikmüll produzieren. Allein 2023 wurden auf den Kanaren 13.334 gelbe Container für Leichtverpackungen gezählt, doch die Recyclingquote liegt mit nur 14 Kilogramm pro Kopf deutlich unter dem, was Behörden als notwendig ansehen.
🥤 Was genau kommt auf Verbraucher und Handel zu?
Das neue Pfandsystem soll für Plastikflaschen, Dosen und Glasflaschen bis 3 Liter gelten – zunächst für Wasser, Bier und Softdrinks. Beim Kauf wird ein Pfandbetrag erhoben, der bei Rückgabe erstattet wird. Die Rückgabe soll sowohl manuell als auch über Automaten erfolgen, ähnlich wie in Deutschland oder Skandinavien.
Finanziert wird das System durch die Getränkeindustrie und den Handel im Rahmen der erweiterten Herstellerverantwortung. Für die Kanaren bedeutet dies eine umfassende Umstellung der Logistik, insbesondere in touristischen Regionen wie Teneriffa, Gran Canaria oder Lanzarote, wo täglich Millionen Getränkeverpackungen verkauft werden. Spanienweit sind es rund 51 Millionen Verpackungen pro Tag, von denen bisher nur etwa 20 Millionen korrekt recycelt werden.
♻️ Warum die Kanaren besonders profitieren könnten
Die Kanaren kämpfen seit Jahren mit Umweltproblemen durch Plastikmüll – von verschmutzten Stränden bis hin zu Meerestieren, die Plastikreste aufnehmen. Ein funktionierendes Pfandsystem könnte die Abfallmenge im öffentlichen Raum um bis zu 20 Prozent reduzieren, wie Studien zeigen.
Besonders in Küstenregionen wie Corralejo (Fuerteventura), Playa de las Américas (Teneriffa) oder Puerto del Carmen (Lanzarote) könnte das System spürbare Entlastung bringen. Auch die Kommunen würden profitieren, da die Reinigungskosten sinken und weniger Müll in der Natur landet.
📈 Herausforderungen: Infrastruktur, Tourismus und Akzeptanz
Die Einführung des Systems ist jedoch komplex. Die Kanaren müssen Tausende Rückgabeautomaten installieren, Supermärkte anpassen und Touristen über das neue System informieren. Da die Inseln jährlich fast 15 Millionen Besucher empfangen, ist ein klar verständliches, mehrsprachiges Informationssystem entscheidend.
Umweltorganisationen wie Greenpeace begrüßen die Einführung ausdrücklich und sprechen von einem „historischen Schritt“. Gleichzeitig warnen sie davor, dass die Umsetzung nur erfolgreich sein wird, wenn Handel, Verbraucher und Tourismusbranche eng zusammenarbeiten.
🔮 Ausblick: Was passiert als Nächstes?
Bis Ende 2026 müssen die Kanaren ihre Infrastruktur anpassen. Die regionale Regierung arbeitet bereits an Informationskampagnen und Pilotprojekten. Für die Bevölkerung bedeutet das Pfandsystem eine Umstellung – aber auch eine Chance, die Inseln sauberer und nachhaltiger zu gestalten.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen