Besonders bemerkenswert: Der durchschnittliche Quadratmeterpreis auf den Kanaren hat im April ein neues Allzeithoch von 3.441 Euro erreicht. Damit liegen die Inseln nun auf einem Niveau mit anderen stark nachgefragten Regionen wie Andalusien oder der Valencianischen Gemeinschaft – wenngleich Madrid und die Balearen weiterhin die teuersten Märkte Spaniens bleiben.
🏠 Starke Nachfrage trifft auf begrenztes Angebot
Die Preisentwicklung wird vor allem durch zwei Faktoren bestimmt: eine weiterhin extrem hohe Nachfrage und ein strukturell knappes Angebot. Laut Marktanalysen von Tinsa stiegen die Immobilienpreise auf den Kanaren im ersten Quartal 2026 um 17,8 % gegenüber dem Vorjahr – deutlich stärker als der spanische Durchschnitt von 14,3 %. Besonders betroffen ist die Provinz Santa Cruz de Tenerife, die mit einem Anstieg von 19 % zu den am stärksten wachsenden Regionen Spaniens zählt.
Auch die Provinz Las Palmas verzeichnet mit 14,6 % ein kräftiges Wachstum. Damit haben beide Provinzen die Preisniveaus der Immobilienblase von 2007 bereits übertroffen.
🌍 Ursachen: Tourismus, Auslandsnachfrage und fehlende Regulierung
Die Kanaren bleiben ein Magnet für internationale Käufer – darunter Rentner, digitale Nomaden und Investoren, die auf saisonale Vermietung setzen. Laut Marktanalysen ist die Nachfrage aus dem Ausland weiterhin robust und trägt maßgeblich zur Preissteigerung bei.
Gleichzeitig herrscht auf den Inseln seit 2024 offiziell ein Wohnungsnotstand. Dennoch wendet die Regionalregierung das staatliche Wohnungsgesetz, das Mietpreisbremsen ermöglichen würde, bislang nicht an – obwohl mehrere Gemeinden dies beantragt haben. Dies verschärft die Situation zusätzlich.
📊 Quadratmeterpreise 2026 im Überblick
Aktuelle Marktberichte zeigen folgende Durchschnittspreise:
Häuser: 2.696 €/m² (+3,89 % zum Vorjahr)
Wohnungen: 3.315 €/m² (+3,81 % zum Vorjahr)
In exklusiven Lagen – etwa im Süden Teneriffas oder in Küstenregionen Gran Canarias – werden inzwischen bis zu 5.000 €/m² gezahlt.
🔮 Ausblick: Keine Entspannung in Sicht
Experten gehen davon aus, dass die Preise auch in den kommenden Monaten weiter steigen oder sich auf hohem Niveau stabilisieren. Die Kombination aus hoher Nachfrage, begrenztem Bauland, touristischem Druck und fehlenden regulatorischen Maßnahmen deutet darauf hin, dass der Immobilienmarkt der Kanaren angespannt bleibt.
Für Käufer bedeutet dies: Schnelles Handeln und professionelle Beratung werden immer wichtiger. Für Einheimische hingegen verschärft sich die Wohnraumsituation weiter – ein Thema, das politisch zunehmend brisant wird.

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