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Whale Watching auf Teneriffa Tourbericht

Der Hafen von Los Gigantes
Whale Watching auf Teneriffa ist ein ganz besonderes Ereignis und der erste Tourismuszweig, der für Schutz von Meeresbewohnern gesorgt hat. Der Grund sind die etwa 400 zwischen Teneriffa und La Gomera lebenden Kurzflossen-Grindwale, die weltweit nur dort in so großer Zahl als fest lebende Kolonie anzutreffen sind. Hinzu kommen noch viele Delfine und andere Walarten, die das Whale Whatching zu einem unvergesslichen Erlebnis machen können. Und genau das war meine letzte Tour auch, weshalb Ihr den Bericht darüber nicht vorenthalten bekommen sollt.




Schonendes Whale Whatching


Da Wale und Delfine durch die Beobachtung beim Whale Watching nicht gestresst werden sollen, hat die kanarische Regierung das Zertifikat “Blue Boat” ins Leben gerufen. Mit diesem Zertifikat werden nur Anbieter ausgezeichnet, die sich an die Bestimmungen zum schonenden Whale Watching halten. Hier hat die kanarische Regierung ein Zeichen gesetzt, denn die Gewässer rund um die Kanaren gehören nicht zum Regierungsbezirk der kanarischen Inseln, sondern zu dem von Madrid, wo offenbar noch nicht klar ist, dass die Gewässer Schutzzonen brauchen.

Auch wenn die kanarische Regierung wohl in erster Linie die Einnahmen durch den Tourismus im Sinn hat, so ist dadurch ein wichtiger Schritt für den Schutz der Meeressäuger in den Gewässern getan worden.

Dadurch kam ich mit Lilly von Maritima Acantilados (verfügt über das Gütesiegel “Blue Boat”) in Kontakt, denn wir beide sind der Meinung, dass die Sensibilisierung für den Ozean am ehesten dadurch zu erreichen ist, wenn die Menschen das faszinierende Leben im Meer selber sehen können, sei es beim Schnorcheln, beim Whale Watching oder beim Tauchen. Und so lud Lilly mich ein, sie auf eine Tour zu begleiten.


Maritima Acantilados hat seinen Sitz in Los Gigantes, im Süden von Teneriffa und verfügt mit der Nashira Uno, der Gladiator U und der Punta Umbria V über drei Boote, die Euch das Leben im Ozean näher bringen können, wobei letzteres zwar für das Hochseeangeln genutzt wird, das Unternehmen allerdings streng auf Mindestfanggrößen und geschützte Arten schaut, so dass keine zu kleinen Fische oder Haie und Rochen angelandet, sondern umgehend wieder in die Freiheit entlassen werden, sollte Sie an der Angel hängen.

Mit dem Linienbus in den Süden


Wer Teneriffa erkunden will, der muss sich nicht an feste Touren halten. Es hat definitiv seinen Reiz, die Insel mit dem Linienbus zu erkunden, denn diese fahren wirklich überall hin. Und auch ich machte mich von Puerto de la Cruz im Norden Teneriffas mit der Linie 325 auf den Weg in den Süden. Dieser Bus fährt über Icod de los Vinos in die Berge und kommt auf seiner Fahrt in den Süden durch Santiago del Teide, den am höchsten gelegenen Ort von Teneriffa. Die fahrt über die Berge bietet Euch zwei Vorteile: Zum Ersten atemberaubende Aussichten und zum Zweiten seid Ihr spätestens nach den Serpentinen auch seefest ;)

Die Serpentinen in den Bergen von Teneriffa

Das Whale Watching


Kaum im Süden angekommen ging es auch schon auf das Schiff und raus auf das Meer, um die ersten Wale und Delfine zu suchen. Dabei hatten wir extremes Glück, denn gleich der erste Wal, der sich uns zeigte, war der Brydewal (Baleanoptera borealis), der quasi der kleine Bruder des Blauwals ist, etwa 14 Meter groß wird und immer wieder Mal nahe der Küste von Teneriffa beobachtet werden kann. Leider gelang es nicht, gute Fotos des Brydewal zu bekommen, da dieser zu schnell wieder abtauchte. Dass ich Euch doch eines präsentieren kann, ist Kristina Jurgawka zu verdanken, die zwei Tage später mehr Glück hatte und mir ihr das Bild zur Verfügung stellt. An dieser Stelle einen großen Dank an Kristina!

Brydewal © Kristina Jurgawka
Dann dauerte es auch nicht lange, bis uns die erste Delfinart über den Weg schwamm, von denen Lilly erst dachte, dass es sich um den gemeinen Delfin (Delphinus delphis) handelt. Allerdings war ihr beim Näherkommen schnell klar, dass es sich doch um eine Schule vom Streifendelfin (Estenella coeruleoalba) handelt, die sehr schnelle und aktive Schwimmer sind, die deshalb schwer zu fotografieren sind.

Streifendelfine
Nachdem wir eine Weile Gelegenheit hatten, die viel aus dem Wasser springenden Streifendelfine zu beobachten, machten wir uns zum Kurzflossen-Grindwal auf, wobei sich noch Mal kurz der Brydewal zeigte, aber wieder sehr schnell verschwand.

Grindwale sind auf in den kanarischen Gewässern in zwei Arten zu beobachten: Dem Langflossen-Grindwal (Globicephala melas) und dem fest ansässigen Kurzflossen-Grindwal (Globicephala macrorhynchus), wobei wir erneut Glück hatten. Es zeigte sich eine ganze Gruppe der bis zu 6,5 Meter langen Meeressäuger, die auch einige Jungtiere dabei hatten und ganz ruhig an der Oberfläche lagen. So gab es viel Gelegenheit, diese schönen Wale zu fotografieren.

Kurzflossen-Grindwal und Jungtiere
Als sich dann das nächste Boot näherte, wurden alle darauf hingewiesen, dass die letzten Fotos gemacht werden sollen, denn zum Einen sollen die Tiere, nicht durch die Anwesenheit zu vieler Boote gestresst werden, obwohl sie das Prozedere natürlich kennen…, zum Anderen sollte es noch nach Masca weiter gehen, wo eine Pause zum Paella essen und Schnorcheln eingelegt werden sollte.

Allen Walfans legen wir das Buch "Wale und Delfine: Bestimmen und Beobachten" von Gérard Soury nahe, welches viel zum Thema Whale Watching beinhaltet und neben den Beschreibungen der Meeressäuger auch die weltweit besten Plätze fürs Whale Watching zeigt.

Auf dem Weg dorthin trafen wir auf die Punta Umbria V, die ein paar Angler an Board hatte und gerade vor den Klippen von Los Gigantes lag. Diese berichteten uns, dass der erste Fang des Tages tatsächlich ein Hammerhai war, der allerdings umgehend wieder auf freien Fuss gesetzt wurde, da Hammerhaie europaweit und in Spanien noch Mal zusätzlich unter Schutz stehen.

Auf dem Weg nach Masca steigert ich das Glück der dreistündigen Tour nochmals, denn es zeigte sich Wal Nummer vier. Ein Großer Tümmler (Tursiops truncatus) ist wohl der Delfin, den meisten der Serie Flipper kennen. Auch hier trafen wir eine ganze Schule, die ebenfalls Jungtiere hatte. Ein Großer Tümmler wird bis zu 3,9 Meter groß und ist wohl der Delfin, der beim Whale Watching der am häufigsten gesehene ist. Dennoch war es unglaubliches Glück, dass wir auf der Tour gleich vier verschiedenen Wale sehen konnten.

Großer Tümmler mit Nachwuchs
Dann in Masca angekommen ärgerte ich mich schon ein wenig, denn da ich dort schon oft am Schnorcheln war, hatte ich meine Unterwasserkamera nicht mit. Das war doof, denn dort zeigte sich ein stattlicher Trompetenfisch, den ich bisher nur einziges Mal vor die Kamera bekam, wobei die damalige Kamera nicht das beste Modell war. Also habe ich mich darauf beschränkt, die Hühnchenpaella zu genießen, die es natürlich für alle gibt :)

Auf dem Rückweg nach Los Gigantes wurden wir dann von Möwen begleitet, die auf die Hühnchenknochen der Paella warteten und erst von Lilly, dann auch von mir gefüttert wurden, wobei einem die Möwen die Knochen direkt aus der ausgestreckten Hand holen. Allerdings muss das mit sehr viel Vorsicht passieren, denn die Schnäbel sind nicht ohne. Dabei machte Lilly folgendes Foto.



Welche Wale gibt es in den Gewässern der Kanaren?


Hier gehen die Meinungen auseinander, denn während die einen sagen, dass 22 sind, sagen die nächsten, dass es schon 27 Walarten waren, die hier zumindest auf durchreise gesehen wurden. Die wichtigsten seht Ihr auf dem Zertifikat unten, denn auf diesem hält das Team von Maritima Acantilados fest, welche Wale gesehen wurden und jeder Besucher bekommt es. Auch Blauwale, Finnwale, Buckelwale oder Edenwale wurden zumindest bei der Durchwanderung gesichtet.

Die häufigsten Wale der Kanaren
Es war echt eine wundervolle Tour mit extrem viel Glück, denn wie gesagt ist es nicht Gang und Gebe, dass man beim Whale Watching gleich vier Walarten zu Gesicht bekommt. Danke an Lilly und das Team von Maritima Acantilados, die Euch übrigens eine weitere Fahrt garantieren, sollten sich Mal keine Wale zeigen.

Schreibt uns einfach, falls Ihr selbst zum Whale Watching wollt. Wir geben Euch alle Informationen, die Ihr braucht: canariansea@gmail.com

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